⌘C ist schnell gedrückt. Schwieriger ist oft, sich ein paar Minuten später daran zu erinnern, was man kopiert hat. Clipbara macht daraus einen durchsuchbaren Verlauf aus Karten, den du mit ⌘⇧V aufrufst, ohne dass die gerade verwendete App den Fokus verliert.
Wählst du eine Karte aus, legt Clipbara ihren Inhalt zurück in die Zwischenablage. Einfügen musst du anschließend selbst mit ⌘V. Das ist bewusst ein Werkzeug zum Wiederfinden von Clips, keine Automatisierung, die ungefragt in andere Apps tippt.
Ein Tastenkürzel öffnet ein unaufdringliches Panel
Mit ⌘⇧V erscheint am unteren Bildschirmrand ein kompaktes Panel, während deine aktuelle App im Vordergrund bleibt. Du kannst den Verlauf durchsuchen, darin navigieren und einen Treffer auswählen, ohne das Dokument oder die Nachricht zu verlassen, an der du arbeitest.
Nach der Auswahl wird nicht automatisch eingefügt. Clipbara stellt den gewählten Inhalt in die System-Zwischenablage zurück und schließt das Panel; ⌘V bleibt dein bewusster letzter Schritt. So muss die App keine zusätzlichen Tastenanschläge in eine andere Anwendung einschleusen.
Mehr als reiner Text im Verlauf
Laut Projekt unterstützt der Verlauf einfachen und formatierten Text, HTML, Bilder, Links, Dateien, Farben und Code-Schnipsel. Die Kartenansicht hilft, visuelle Inhalte wie ein Bild oder einen Farbwert schneller zu erkennen als in einer reinen Textliste.
Die Suche findet Inhalte, Titel und Quell-Apps; nach Clip-Typ und Datum lässt sich filtern. Quick Look zeigt eine größere Vorschau, ohne dass du die Anwendung wechseln musst. Die aktuellen Releases ergänzen eine angepasste Bildansicht mit Zoom.
Pinboards halten häufig genutzte Clips bereit
Pinboards sind benannte Sammlungen für Clips, die du wiederverwenden möchtest. Lege etwa Standardantworten, Code-Fragmente oder Projektlinks ab, statt sie immer wieder im gesamten Verlauf zu suchen.
Über das Kontextmenü kannst du einen Clip umbenennen, einem Pinboard hinzufügen oder löschen. Drag-and-drop, Tastaturnavigation und ein Verlaufslimit schaffen etwas Ordnung, ohne dass Clipbara zu einer zweiten Notiz-App werden muss.
Bild-Clips lassen sich vor der Wiederverwendung mit Quick Look prüfen. Neuere Versionen zeigen das vollständige Bild und ermöglichen das Zoomen – hilfreich, wenn zwei ähnliche Screenshots als kleine Karten kaum auseinanderzuhalten sind.
Sensible Quellen vor dem Kopieren ausschließen
Ein Zwischenablage-Manager kann Passwörter, Wiederherstellungscodes oder private Nachrichten erfassen, sobald du sie kopierst. Clipbara unterstützt Ausnahmen pro App. Füge Passwortmanager und andere sensible Programme unter Einstellungen > Ausschlüsse hinzu, bevor du dich auf den Verlauf verlässt.
Außerdem kannst du die Größe des Verlaufs begrenzen und nicht angeheftete Einträge per Tastenkürzel löschen. Das macht kopierte Geheimnisse nicht automatisch harmlos: Prüfe, welche Apps ausgeschlossen sind und welche Clips in Pinboards verbleiben.
Lokal gespeichert – aber ohne Synchronisierung
Das Repository gibt an, dass der Verlauf mit SwiftData auf dem Mac bleibt und weder Konto noch Server oder Analytics benötigt. Erfassen, Suchen, Vorschauen und Zurückkopieren sollen offline funktionieren. Auch Apples App-Store-Datenschutz zeigt die Angabe des Entwicklers, dass keine Daten erhoben werden; das ist keine unabhängige Prüfung.
Lokal bedeutet zugleich: Clipbara ist keine Cloud-Zwischenablage. Der Verlauf wird nicht automatisch auf einen zweiten Mac übertragen. JSON-Export und -Import ermöglichen einen bewussten Umzug, ersetzen aber keine laufende Synchronisierung.
Zuerst aus dem Mac App Store installieren
Für die normale Nutzung empfiehlt sich der offizielle Mac App Store-Eintrag von Clipbara, auf den auch das Projekt verweist. Voraussetzung ist macOS 14 Sonoma oder neuer. Am 2026-09-28 war die Store-Version 1.3.3.
Falls der App Store die App in deiner Region nicht anbietet, stellt das Projekt auch eine signierte und notarierte Clipbara v1.3.2 DMG im offiziellen GitHub Release bereit. Das ist ein direkt nutzbarer Installer, kein Quellcode-Archiv.
Für keine der beiden Versionen brauchst du Xcode. Ein Build aus dem Quellcode ist optional und richtet sich an Entwickler, die das Projekt untersuchen, ändern oder selbst ausführen möchten.
App-Store- und DMG-Version haben getrennte Verläufe
Die Mac-App-Store-Version läuft in der App Sandbox und erhält Updates über den Store. Die DMG-Version nutzt Sparkle. Beide haben unterschiedliche Bundle-IDs und speichern ihre Clip-Verläufe getrennt; die Installation der einen Version übernimmt nicht automatisch die Daten der anderen.
Zum Umzug exportierst du in der alten Version unter Einstellungen > Allgemein > Backup eine JSON-Datei und importierst sie in der neuen. Vorhandene Clips bleiben erhalten, Duplikate werden übersprungen. Da Store- und GitHub-Version auseinanderlaufen können, solltest du die jeweiligen Versionsangaben prüfen.
Führe immer nur eine Version gleichzeitig aus. Zwei Installationen können ⌘⇧V doppelt registrieren und konkurrierende Panels öffnen. Entscheide dich für einen Vertriebskanal, übertrage den Verlauf gezielt und deaktiviere danach den automatischen Start der anderen Kopie.
Hinter dem Panel steckt eine native Mac-App
Das README beschreibt eine App mit Swift 6 und einer SwiftUI-Oberfläche in einem AppKit-NSPanel. SwiftData speichert lokal, KeyboardShortcuts verwaltet globale Tastenkürzel und Sparkle aktualisiert die DMG-Version. Diese Komponenten passen zu einem Panel, das andere Apps nicht aktivieren soll.
git clone https://github.com/mobrava/Clipbara.git
cd Clipbara
brew install xcodegen
xcodegen generate
open Clipbara.xcodeprojGPL-Quellcode und Store-Lizenz sind nicht dasselbe
Die LICENSE-Datei des Repositories enthält GNU GPL Version 3. Das README erklärt separat, dass der Rechteinhaber die Mac-App-Store-Version unter einer proprietären Doppellizenz vertreibt. Quellcode und Store-Binary haben also unterschiedliche Lizenzkontexte; die Installation aus dem App Store verleiht nicht automatisch dieselben Rechte wie die GPL-Lizenz des Codes.
Für wen lohnt sich Clipbara?
Clipbara passt, wenn du den Verlauf per Tastatur durchsuchen, verschiedene Clip-Arten vorab ansehen und wiederverwendbare Inhalte griffbereit halten möchtest – ohne sie an einen Cloud-Dienst zu senden. Besonders überzeugend sind das nicht aktivierende Panel, die vielen Clip-Typen, Pinboards und die lokale Speicherung.
Wenn du automatische Synchronisierung zwischen Geräten brauchst oder eine Auswahl direkt in die aktive App eingefügt werden soll, ist Clipbara nicht die passende Lösung. Andernfalls installiere die Mac App Store-Version, schließe sensible Apps aus und probiere den Verlauf zuerst mit unkritischen Clips aus.
Projektübersicht
- Lizenz
- GPL-3.0 (Repository; Mac-App-Store-Version separat doppellizenziert)
- Plattform
- macOS 14 Sonoma oder neuer
- Sprache
- Swift 6, SwiftUI, AppKit, SwiftData
- Geprüfte Version
- Mac App Store 1.3.3 / GitHub Release v1.3.2 (Stand 2026-09-28)
- Repository
- github.com/mobrava/Clipbara
Installation
# Open the official Mac App Store listing:
open 'https://apps.apple.com/app/clipbara/id6803537696?mt=12'Lizenzübersicht
Der Quellcode im Repository steht unter GPL-3.0. Laut Entwickler wird die Mac-App-Store-Version im Rahmen einer Doppellizenz unter einer separaten proprietären Lizenz vertrieben. Die Rechte an Quellcode und Store-Binary sind daher getrennt zu betrachten; die genauen Bedingungen stehen in der LICENSE-Datei des Repositories.



