MacPulse macht die macOS-Menüleiste zu einer kompakten Akku- und Speicherübersicht. Statt den Prozentwert einfach in eine Uhr umzurechnen, schätzt die App die Restlaufzeit anhand der gemessenen Leistungsaufnahme. Der Quellcode steht unter MIT-Lizenz; Installation und optionale Automatisierung verdienen jedoch mehr Prüfung, als die README nahelegt.
Was die Menüleisten-App erfasst
Die SwiftUI-App liest Ladestand, momentane Leistungsaufnahme, Akkuzustand, Speicherdruck und den Status des Stromsparmodus aus. Zusätzlich zeigt sie den Prozess mit der höchsten CPU-Auslastung als Näherung für den Energieverbrauch. Ein weiterer Hinweis erscheint, wenn der residente Speicher eines Prozesses über mindestens zehn Minuten um mehr als 300 MB wächst. Das ist ein Signal, weder eine Wattmessung pro Prozess noch ein Speicherbereiniger.
Für die Laufzeit nutzt MacPulse einen Kalman-Filter mit lokalem Trend über jüngste Verbrauchswerte. Das Ergebnis bleibt eine Prognose: Arbeitslast, Akkuzustand und macOS-Scheduling können es verändern. Es ist kein garantierter Countdown bis zum Ausschalten.
Guard und Tune verändern Systemeinstellungen
Guard installiert Skripte und zwei launchd-Dienste unter /Library/Application Support/MacPulse und /Library/LaunchDaemons. Ein Root-Daemon läuft alle 60 Sekunden. Im Akkubetrieb kann er den Stromsparmodus einschalten, wenn die konservative Laufzeitprognose 120 Minuten erreicht, der Ladestand auf 40 % fällt oder der freie Speicher 25 % erreicht. Ausschalten darf er ihn erst wieder bei 180 Minuten, mindestens 50 % Akku und 40 % freiem Speicher. Speichertrends beobachtet er auch am Netzteil.
Tune ändert das Akkuprofil mit pmset: Power Nap und bestimmte Wake-Funktionen werden deaktiviert, Display und Laufwerke gehen nach fünf Minuten in den Ruhezustand, Standby-Zeiten werden verkürzt und auf unterstützten Intel-Macs mit zwei GPUs wird die integrierte Grafik gewählt. Prüfe diese Befehle für deine Hardware, bevor du ein Administrator-Passwort eingibst. Der vorgeschlagene Befehl restoredefaults setzt die Energieeinstellungen breit zurück – nicht nur MacPulse-Änderungen.
Wichtig: Ist Guard noch nicht installiert, richtet ein Klick auf Tune oder Deep Scan zunächst die privilegierte Engine und launchd-Dienste ein. Deep Scan erstellt danach einen Bericht zu Hardware, Temperatur, Kernel und Prozess-Energie. Die Dienste verschwinden nicht mit dem Ende des Scans. Schalte Guard in der App aus, um den Entfernungspfad auszulösen; dabei wird auch der globale Stromsparmodus ausgeschaltet.
Installation
Stand 23. September 2026 gab es auf der GitHub-Releases-Seite keinen veröffentlichten Installer; auch einen App-Store-Eintrag fanden wir nicht. Eine ZIP-Datei im Repository ist kein gepflegtes Release. Die Download-Anweisungen der README entsprechen nicht dem tatsächlichen Build-Ablauf und sind kein verlässlicher Ein-Klick-Installer.
Der verfügbare Weg ist ein Source-Build auf einem Mac mit Apples Command Line Tools. Hole das Projekt aus dem offiziellen Repository, prüfe zuerst das Build-Skript und die Shell-Helfer und führe dann aus:
git clone https://github.com/1fof4648/MacPulse.git
cd MacPulse
# build.sh und die mitgelieferten Shell-Skripte zuerst prüfen
./build.shAchtung: build.sh führt rm -rf auf ~/Applications/MacPulse.app aus, erstellt genau diesen Pfad neu, signiert das Bundle ad hoc und öffnet es. Vorhandene Apps werden ohne Rückfrage ersetzt. Sichere oder benenne ein vorhandenes MacPulse.app vorher um. Für unsere Prüfung haben wir den Swift-Code kompiliert, ein temporäres Bundle erstellt und signiert sowie die plist validiert. Das Installationsskript und die App selbst wurden nicht ausgeführt.
Berechtigungen, Kompatibilität und Datenschutz
Administratorrechte werden für das Installieren/Entfernen der Dienste, Änderungen am Energieprofil und Deep Scan verwendet. Prüfe die Skripte vor der Passwortfreigabe. Die Info.plist nennt macOS 13.0 als Minimum, während die README macOS 27 angibt. Diese widersprüchliche Kompatibilitätsangabe ist ungeklärt.
In den geprüften Quelldateien fanden wir keinen anwendungsseitigen Netzwerk-Client; Messungen und Berichte scheinen lokal zu bleiben. Das ist eine Codeprüfung, kein unabhängiger Netzwerkverkehrstest. Berichte enthalten Geräte- und Prozessdetails – behandle sie entsprechend.
Der Quellcode steht unter der MIT License. Eine Wiederverwendung ist mit Copyright- und Lizenzhinweis erlaubt. Apple-Plattformressourcen sind nicht Teil dieser Lizenz.
Für wen eignet sich MacPulse?
Am ehesten ist MacPulse ein Entwicklerwerkzeug für Menschen, die Swift- und Shell-Code prüfen können – kein fertiger Verbraucher-Download. Die Prognose- und Speichertrend-Ideen sind interessant. Vor einem Test sollte man aber den Root-Daemon, weitreichende Akkuprofil-Änderungen, die widersprüchliche OS-Angabe und das Ersetzungsverhalten von build.sh einbeziehen.
Projektübersicht
- Lizenz
- MIT
- Plattform
- macOS; Info.plist nennt 13.0 als Minimum, die README macOS 27 – die Kompatibilitätsangaben widersprechen sich.
- Sprache
- Swift, SwiftUI, zsh
- Geprüfte Version
- 2.0 (Info.plist); main @ e35a717 (Stand 23.09.2026)
- Repository
- github.com/1fof4648/MacPulse
Installation
git clone https://github.com/1fof4648/MacPulse.git
cd MacPulse
# build.sh und die mitgelieferten Shell-Skripte zuerst prüfen
./build.shLizenzübersicht
Die MIT-Lizenz des Repositorys gilt für den MacPulse-Quellcode. Apple-Plattformressourcen und Marken unterliegen eigenen Bedingungen; das Projekt erklärt, nicht mit Apple verbunden zu sein.



